Grundieren wird gerne übersprungen, weil es keinen sichtbaren Unterschied zu bringen scheint – dabei entscheidet genau dieser Schritt oft darüber, wie gut die nächste Farbschicht hält und wie gleichmäßig sie deckt. Mit der passenden Grundierung für den jeweiligen Untergrund lässt sich das zuverlässig sicherstellen.
Kurzantwort: Untergrund auf Saugfähigkeit und Material prüfen, passende Grundierung wählen (Tiefgrund für stark saugende, Haftgrund für glatte Untergründe), gleichmäßig auftragen und vollständig trocknen lassen, bevor gestrichen wird.
Dauer: 30–60 Minuten pro Raum, dazu Trocknungszeit
Schwierigkeit: leicht
Wichtigstes Werkzeug: Zum Untergrund passende Grundierung und eine Rolle
Häufigster Fehler: Falsche Grundierungsart für den jeweiligen Untergrund gewählt
Warum Grundieren so wichtig ist
- Gleichmäßige Saugfähigkeit: Grundierung sorgt dafür, dass die Farbe überall gleich aufgenommen wird, statt an manchen Stellen stärker einzuziehen.
- Bessere Haftung: Auf glatten oder stark verdichteten Untergründen verbessert eine Haftgrundierung, wie gut sich die Farbe später verbindet.
- Weniger Farbverbrauch: Eine gute Grundierung reduziert, wie viel teure Deckfarbe später nötig ist.
- Stabilisierung von brüchigem Untergrund: Tiefgrund festigt sandende oder bröckelnde Oberflächen von innen.
Werkzeug und Materialliste
Pflicht:
- Grundierung, passend zum Untergrund
- Farbrolle und Pinsel für Ecken
- Farbwanne
- Malerband und Abdeckfolie
Optional:
- Handschuhe, da manche Tiefgrundierungen schwer von der Haut abzuwaschen sind
Schritt für Schritt richtig grundieren
1) Untergrund einschätzen
Mit der Hand über die Wand streichen: Sandet sie stark ab, ist sie porös und stark saugend. Fühlt sie sich glatt oder leicht glänzend an, handelt es sich meist um einen dichten, wenig saugenden Untergrund.
2) Passende Grundierung wählen
Für stark saugende, poröse Untergründe eignet sich ein Tiefgrund, der von innen stabilisiert. Für glatte, glänzende oder stark verdichtete Flächen ist ein Haftgrund die bessere Wahl.
3) Fläche vorbereiten
Staub und lose Partikel entfernen, Anschlüsse zu Boden, Fenstern und Türen abkleben.
4) Grundierung auftragen
Gleichmäßig mit Rolle und Pinsel für die Ränder auftragen, dabei auf vollständige, blasenfreie Benetzung der Fläche achten.
5) Trocknen lassen
Herstellerangaben zur Trocknungszeit abwarten, meist mehrere Stunden bis zu einem Tag, bevor der eigentliche Anstrich beginnt.
Typische Fehler und schnelle Fixes
- Farbe zieht ungleichmäßig ein: Untergrund war unterschiedlich saugfähig und wurde nicht grundiert – nachträglich grundieren und danach neu streichen.
- Farbe löst sich in Fladen von der Wand: Haftgrund auf glattem Untergrund übersprungen – Fläche erneut mit Haftgrund behandeln.
- Grundierung riecht sehr stark: Lösemittelhaltiges Produkt verwendet – bei Bedarf auf wasserbasierte Alternativen zurückgreifen und gut lüften.
- Wand bleibt trotz Grundierung sandend: Untergrund war stärker beschädigt als gedacht – gegebenenfalls zusätzlich verspachteln oder mehrfach grundieren.
FAQ
Ist Grundieren bei jedem Anstrich notwendig?
Nicht immer. Bei bereits gestrichenen, intakten Wänden reicht oft der direkte neue Anstrich. Bei neuem Putz, starkem Farbwechsel oder beschädigtem Untergrund ist Grundieren dagegen sinnvoll.
Kann ich Tiefgrund und Haftgrund kombinieren?
In der Regel nicht notwendig, da beide Produkte für unterschiedliche Untergrundtypen entwickelt sind. Im Zweifel den Untergrund genauer einschätzen und das passende Produkt wählen.
Wie erkenne ich, ob die Wand ausreichend grundiert ist?
Die Oberfläche sollte nach dem Trocknen gleichmäßig aussehen, ohne matte und glänzende Flecken im Wechsel, die auf unterschiedliche Saugfähigkeit hindeuten.
Muss ich zwischen Grundierung und Anstrich schleifen?
Bei den meisten Wandgrundierungen nicht notwendig, im Gegensatz zu Grundierungen für Holz oder Metall.
Was, wenn ich versehentlich die falsche Grundierung gekauft habe?
Meist kein größeres Problem, solange sie grundsätzlich für Innenwände geeignet ist. Bei sehr unpassenden Kombinationen im Zweifel im Baumarkt nach einer Einschätzung fragen.
Fazit
Grundieren ist der unsichtbare Schritt, der über Erfolg oder Misserfolg des sichtbaren Anstrichs entscheidet. Wer den Untergrund vorher richtig einschätzt und die passende Grundierung wählt, spart am Ende Farbe und bekommt ein deutlich gleichmäßigeres Ergebnis.
