Raufasertapete ist in vielen Wohnungen der Standarduntergrund an der Wand – und lässt sich zum Glück beliebig oft überstreichen, statt sie jedes Mal neu zu tapezieren. Damit das Ergebnis wirklich deckend und gleichmäßig wird, kommt es vor allem auf die richtige Vorbereitung und die passende Rolle an.
Kurzantwort: Tapete auf Risse und lose Stellen prüfen und ausbessern, bei stark saugender oder sehr alter Raufaser grundieren, mit einer Rolle mit ausreichend langem Flor arbeiten und für ein deckendes Ergebnis zwei Anstriche einplanen.
Dauer: 2–4 Stunden
Schwierigkeit: leicht
Wichtigstes Werkzeug: Farbrolle mit mittlerem bis langem Flor
Häufigster Fehler: Nur eine dünne Schicht aufgetragen, wodurch die alte Farbe oder Struktur weiterhin durchschimmert
Worauf es beim Überstreichen von Raufaser ankommt
Die geprägte Struktur der Raufaser sorgt für viel Oberfläche, die Farbe aufnimmt – das ist praktisch für die Deckkraft, macht aber auch anfälliger für ungleichmäßige Ergebnisse, wenn zu wenig Farbe aufgetragen wird. Eine sorgfältig vorbereitete Fläche ist deshalb wichtiger als bei glatten Wänden.
Werkzeug und Materialliste
Pflicht:
- Farbrolle mit mittlerem bis langem Flor
- Wandfarbe, deckend
- Tapetenkleister zum Ausbessern loser Stellen
- Pinsel für Ecken und Ränder
- Malerband und Abdeckfolie
Optional:
- Tiefgrund bei stark saugender oder sehr alter Raufaser
Schritt für Schritt zum deckenden Ergebnis
1) Tapete prüfen und ausbessern
Wand auf Risse, Blasen oder lose Kanten prüfen. Lose Stellen mit Tapetenkleister wieder festkleben, kleine Risse mit Spachtelmasse ausbessern.
2) Bei Bedarf grundieren
Sehr alte, stark saugende Raufaser mit einer Tiefgrundierung vorbehandeln. Das reduziert den Farbverbrauch und sorgt für ein gleichmäßigeres Ergebnis.
3) Passende Rolle wählen
Je gröber die Struktur der Raufaser, desto längerer Flor sollte die Rolle haben, damit die Farbe auch in die Vertiefungen gelangt.
4) Erster Anstrich
In überlappenden Bahnen kreuz und quer arbeiten, damit die Farbe wirklich in alle Vertiefungen der Struktur eindringt, nicht nur die erhabenen Stellen trifft.
5) Zweiter Anstrich nach Trocknung
Nach vollständiger Trocknung des ersten Anstrichs die Fläche erneut streichen, um eine wirklich gleichmäßige, deckende Fläche zu erhalten.
Typische Fehler und schnelle Fixes
- Alte Farbe schimmert durch: Nur ein Anstrich aufgetragen – zweiten Anstrich ergänzen.
- Vertiefungen der Struktur bleiben ungefärbt: Rolle mit zu kurzem Flor verwendet – längeren Flor wählen und kreuz und quer arbeiten.
- Tapete löst sich beim Streichen von der Wand: Schon vorher lose Stellen übersehen – vor dem nächsten Anstrich alle Kanten prüfen und festkleben.
- Hoher Farbverbrauch: Sehr alte, poröse Raufaser ohne Grundierung gestrichen – künftig zuerst mit Tiefgrund vorbehandeln.
FAQ
Wie oft kann man Raufaser überstreichen?
Grundsätzlich mehrfach, solange die Tapete selbst noch fest an der Wand haftet und die Struktur nicht zu stark zugestrichen ist.
Muss ich immer grundieren?
Nicht zwingend, bei stark saugendem oder sehr altem Untergrund verbessert es aber das Ergebnis und spart am Ende sogar Farbe.
Kann ich dunkle Raufaser hell überstreichen?
Ja, mit ausreichend deckender Farbe und in der Regel zwei bis drei Anstrichen, statt nur zwei, wenn der Farbkontrast sehr groß ist.
Wie entferne ich Farbspritzer auf dem Boden?
Frische Farbe lässt sich meist mit einem feuchten Tuch entfernen, getrocknete Farbe je nach Bodenbelag vorsichtig mit einem Kunststoffspachtel abschaben.
Was mache ich bei größeren Rissen in der Tapete?
Größere Risse eher mit einem passenden Tapetenflicken statt nur mit Spachtelmasse ausbessern, damit die Struktur einheitlich bleibt.
Fazit
Raufaser überstreichen ist unkompliziert, solange die Vorbereitung stimmt und genug Farbe verwendet wird. Wer lose Stellen vorher ausbessert, die passende Rolle wählt und zwei Anstriche einplant, bekommt eine wirklich gleichmäßige, deckende Fläche ohne durchscheinende Struktur oder Altfarbe.
